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Benelli TreK Dreiklang - DimensionenEine völlig neue Gattung von Motorrädern macht sich in letzter Zeit auf dem Markt breit. Der Biker von heute scheint sehr interessiert an diesem neuen Konzept ? eine Mischung aus Reiseenduro, Supermoto und Naked-Bike. Triumph (Tiger) und Kawasaki (Versys) haben bereits ein solches Modell im Sortiment. Und auch der Sportmotorrad- Hersteller Ducati, der bisher höchstens mal einen Tourensportler im Programm hatte, hat mit seiner Multistrada dieses Konzept aufgegriffen. Nun will auch Benelli seinen Beitrag zu diesem Thema leisten und schickt ein Modell mit dem Namen TreK ins Rennen. Während man bei Triumph eine Reiseenduro "auf die Straße" schickte, geht man bei Benelli den umgekehrten Weg. Als Basis für die TreK dient die sportliche TNT; insofern kann ich an dieser Stelle schon mal vorgreifen: mit Offroad hat die TreK (trotz Motorschutz) nix am Hut. Sie ist genau genommen "nur" eine höher gelegte TNT. Die Sitzposition ist aufrecht und viel angenehmer als bei der TNT. Sie verfügt über eine in drei Stufen verstellbare Scheibe, mit der man jede Körpergröße und Geschwindigkeit aufeinander abstimmen kann. Da ich erst die Tage den neuen Tiger getestet hatte, war ich auch sehr gespannt, wie sich dieser italienische Triple anfühlt. Bevor man das erfährt, muss man sich erst mit dem gewöhnungsbedürftigen Kaltstart-Verhalten auseinander setzen. Nachdem der Triple ein paar Minuten warm gelaufen ist, zeigt er sein wahres Gesicht. Er ist rau, ruppig, wild und hat einen unbeschreiblichen Sound (geradezu wie ein wildes Tier) der von einer mechanischen Geräuschkulisse begleitet wird. Hier wird auch gleich klar: ein geiler Sound hat nicht zwingend etwas mit zu hohen Phonzahlen zu tun ? dieser Dreiklang macht geradezu süchtig. Man fiebert schon dem Ortsende entgegen, um wieder den Hahn aufreißen zu dürfen ... ahhhhh! Es ist lange her, dass ich soo viel Freude bei einer Testfahrt hatte. Diese Freude fordert aber auch ihren Tribut. Die aufleuchtende Tanklampe war mein stetiger Begleiter. Ich habe es nicht genau geprüft, aber der 1130ccm starke Triple verbrennt mindestens 8 Liter Super, die durch die Underseat-Auspuffanlage in die Umwelt geblasen werden. Bevor die Grünen unter uns auf die Barrikaden gehen: die TreK hat dafür einen 3-Wege-Katalysator! Die TreK schiebt schon aus dem Keller raus enorm an - da merkt man ihre 120Nm deutlich. Das ist so heftig, dass sich ein potenzieller Sozius immer gut festhalten sollte, wenn die Fahrt nicht ungewollt ohne ihn weitergehen sollte. Jenseits der 6000 U/min legt die TreK noch mal ein paar Briketts nach und lässt dann erst so richtig ihre 125 Pferde springen. Das Fahrwerk ist voll einstellbar, recht straff, aber nicht unkomfortabel. Es hat (wie der Tiger) vorne und hinten 150mm Federweg. Überraschend, geradezu beeindruckend ist, dass dieses Fahrwerk mit seiner 17''-Reifenpaarung in den Dimensionen 120/180 so handlich sein kann. Die TreK bleibt spurstabil bis zur Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Die Brembo-Bremsanlage kommt damit mühelos zurecht. Sie ist nicht radial verschraubt, wie man das von heutigen Bikes gewöhnt ist und auch nicht ganz so bissig, was sich im Alltag als sehr positiv erweist. Man hat schnell das Gefühl, dass es auf der TreK kein Limit gibt. Wer hier nicht über ein diszipliniertes rechtes Handgelenk verfügt, sollte sich in Acht nehmen, damit das 12.000 € teure Bike nicht gleich im Acker landet. Ihr Design ist so aggressiv wie ihr Motor. Der auffallend lackierte Rahmen besteht aus dicken Stahlrohren mit Aluminium-Verbund- Konstruktionen. Man sieht der schönen Italienerin ihre 229 kg (vollgetankt) nicht an. Es sind nicht nur der filigrane Rahmen und die Schwinge, sondern auch die vielen liebevoll gefertigten Details, die das Gesamtbild als Kunstwerk erscheinen lassen. Allein die Fußrasten sind schon ein Foto wert; sie könnten jedoch etwas griffiger sein. Sie sind so glatt, dass ich auf den ersten Meter das Gefühl hatte, ich sei in meiner Garage mal wieder in eine Ölpfütze getreten. Mit etwas Wehmut gebe ich die TreK wieder bei Ebbse ab und frage mich im Nachhinein, welches wohl das bessere Motorrad ist: Der Tiger, der mit Sicherheit auch sein Flair hat und im Alltag voll überzeugen kann oder die wilde, temperamentvolle Italienerin, die aber auch mal zickig sein kann. Ein Vergleichstest in Kürze wird klären, ob die Benelli TreK das Zeug hat, Triumphs potenten Tiger zum Stubenkätzchen zu degradieren.
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