KTM ist SUPERMOTOPerfekter kann man die jeweiligen Sparten nicht bedienen. Jede KTM-Modellreihe bekommt eine Bestimmung mit auf den Weg und diese erfüllt sie vollkommener als jegliche Konkurrenz auf dem Markt. KTM baut Spezialmotorräder, die immer eine große Portion an Allroundtalent besitzen. So auch die neue 690 SMC. SMC bedeutet immer etwas ausgefallen sportliches, in diesem Fall ist es ein Supermoto-Racebike mit hundertprozentiger Straßenzulassung bei eingetragener, offener Leistung. Dass es sich hier um ein Racebike handelt, erkennt man unweigerlich an der kompromisslosen Sitzbank. Der Rahmen mit selbsttragendem Hecktankbehälter ist von der Enduro übernommen. Das Fahrwerk besitzt sogar mehr Federweg, um die Schräglagenfreiheit mit den 17- Zöllern im Verhältnis zur Offroadversion beizubehalten. Die 62 quirligen Pferde bewegen das Ross so agil wie zuvor nur illegal im Rahmen der StVZO betriebene Supermotos. Die 65 Newtonmeter Drehmoment und die Leistung verkraftet das WP- Suspension- Fahrwerk leicht, egal ob der SuMo-Treiber ihr die Sporen gibt, oder den Vortrieb mit Hilfe des radial verschraubten Brembo-Vierkolbensattels und der verbauten 320er Scheibe heftig verringert. Der auf Drehzahl ausgelegte Eintopf besitzt die gleiche Charakteristik wie sein Bruder aus der 690SM. Aus dem Drehzahlkeller heraus ist er ein wenig zäh, was aber ab 4000 Touren mit konstant ansteigender Power vehement entschuldigt wird, da man bis jenseits der 8000 Umdrehungen nur noch Schub verspürt.
Um die SMC in ihrem Terrain zu testen, befanden wir die Naturkartbahn Stilfser Joch und Umgebung als passende Location.
Vom Reschenpass aus starteten wir. Dann ging es übers Stilfser Joch nach Bormio, von dort über den Berninapass zum Ofenpass und von da aus zurück den Umbrail hoch, das Stilfser Joch auf der Nord-Ost-Seite wieder runter und zurück zum Reschensee – zirka 330 Kilometer auf einer Sitzbank, die nicht zum Touren einlädt… aber trotzdem hätten wir die gleiche Strecke anders herum gleich noch einmal fahren können, so viel Spaß bereitete uns die SMC. Am Stilfser Joch, oberhalb der Baumgrenze, hätten wir jederzeit in beide Richtungen unseren Weg gefunden, da wir den Asphalt jeglicher 180-Grad-Kehre dank der Adler-Antihopping-Kupplung schwarz markiert haben. Nach jeder Wendung, zwischen den Kurven auf den kurzen Graden wartete das Vorderrad sehnlichst darauf, beim nächsten Bodenkontakt die ca. 149Kilo der Competition beim Bremsmanöver zu dirigieren. Spielerisch lässt sie sich um enge Ecken treiben. Dabei glänzt das Single-Aggregat beim Herausbeschleunigen mit enormer Drehfreude, die in seiner Laufruhe fast schon an einen Vierzylinder heranreicht. Langgezogene Bögen durchläuft sie wie auf Schienen, auch wenn sie in dieser Disziplin etwas kippelig wirkt. Auf der Mittelpassage des Umbrail-Passes spielt sie geradezu mit dem losen, schotterigen Untergrund. Selbst in einem Geschwindigkeitsbereich jenseits 60 km/h-Grenze lässt sich die Super-Comp einfach und mit fühlbarer Sicherheit bewegen.
Glücklicherweise war unsere Fotografin nicht dabei, sonst hätten wir uns zu dritt gestritten, wer welches Moped fahren darf. Sie durfte dann zum Fotoshooting im Alpenvorland bis zum Fotopoint und zurück damit fahren. Diesmal waren wir nur zu zweit und so ergab es sich, dass ich während des Shootings fast 1 ? Stunden den Kesselberg auf- und abfahren konnte, ohne dass mich jemand mit: „Ich will auch fahren!“ genervt hätte. Die Kurven unserer Hausstrecke machen mit der 690 SMC richtig Laune, Schräglagen bis die Pedalen kratzen und mit einem super Feedback. Quer-, wie auch Längrillen stellen für diese KTM keinerlei Hindernisse dar. Während der sonore, geile Ansaugsound ungedämpft, ohne jegliches Spritfaß, das die Klangorgie mäßigt, die Ohren erreicht, bügelt das WP-Suspension-Fahrwerk alles nieder, was auf dem Weg liegt.
Das Federbein mit Pro-Lever-Umlenkung ist in der Zugstufe einstellbar und in der Druckstufe sogar in High- und Low-Speed unterteilt, das heißt schnell benötigte Dämpfung, z.B. nach einem Sprung (high) und langsame, sensibel ansprechende Dämpfung für die normalen Fahrbahnunebenheiten (low). Vorne dämpft eine 48er WP-Upsidedown voll einstellbar in Zug-Druck-Stufe. Die Motorcharakteristik lässt sich mittels eines Stellrades in vier Positionen justieren. Position eins ist der Softcharakter mit reduzierter Leistung für gute Fahrbarkeit, zwei Advanced für volle Power bei direktem Ansprechverhalten, drei ist Standard mit ausgeglichenem Ansprechverhalten und vier für schlechte Kraftstoffqualität.
Aufgrund dieser Einstellmöglichkeiten im Fahrwerk- wie auch Motorenbereich lässt sich für annähernd jeden ein vernünftiges, passendes Setup finden.
Die SMC ist der Straßen-Racer aus der KTM Supermoto-Familie. Sie ist die kompromissloseste der Abteilung SM. Neben der Duke3, dem Straßensingle und der SM690, dem Allroundbike, ist sie diejenige, die mit viel Entgegenkommen in Sachen Alltagstauglichkeit am liebsten auf der Rennstrecke oder in ähnlichen Gefilden unterwegs ist. Die SMC ist das Bike, das sich Fahrer kaufen, die kein Transportfahrzeug für die Fahrt zur Kartbahn besitzen und somit mit ihrem Racer direkt auf der Rennstrecke anreisen müssen.
Mit ihr und ihren zwei Weggefährtinnen hat KTM das Straßen-Supermoto-Segment fest in der Hand und aus dem Grund ist – Supermoto KTM !!!
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