von Öhringen nach ÖsterreichGrün-Weiss-Rot ist mittlerweile eine feste Größe in der Motorradszene in und um die Stadt Öhringen im baden-württembergischen Hohenlohekreis. Die lockere Gemeinschaft von Motorrad fahrenden Polizeibeamten (grün) und Angehörigen der Rettungskräfte von DRK (weiß) und Feuerwehr (rot) gibt es seit 1995. Damals wie heute ist es das Ziel, private Kontakte zu ermöglichen zwischen Leuten, die sich bei verschiedensten Einsätzen über Jahre hinweg zwar öfter über den Weg laufen, aber dabei nicht die Möglichkeit haben, sich wirklich kennen zu lernen. Der Höhepunkt der Jahresplanung von Grün-Weiß-Rot ist seit mittlerweile 13 Jahren die beliebte Wochenendtour, die uns schon in viele deutsche Motorradreviere sowie nach Österreich und in die Schweiz geführt hat. In diesem Jahr fahren wir vom 18. bis 20. Juli nach Galtür im Paznauntal.
Am Freitag früh gegen 9.00 Uhr geht’s los: 43 Teilnehmer auf 35 Motorrädern und ein Begleitfahrzeug starten in mehreren Gruppen Richtung Österreich. Bedingt durch das regnerische Wetter führt der erste Teil der Strecke über A 6 und A 7 Richtung Süden – wenig reizvoll, aber so hoffen wir, dem Regen davonfahren zu können. Das klappt auch ganz gut: Der Wettergott hat ein Einsehen und wir können kurz hinter Memmingen die Autobahn verlassen und bei trockenem Wetter auf reizvollen Landstraßen durch das Allgäu, den Bregenzer Wald, Vorarlberg und Montafon unserem Ziel näher kommen. Highlights des Tages sind unbestritten die beeindruckende Silvretta-Hochalpenstraße und der gleichnamige Stausee. Bei einem Stopp an der Bielerhöhe (2071 m) lassen wir das wolkenverhangene Bergpanorama auf uns wirken. Auf trockenen Straßen genießen wir dann das letzte Stück Strecke bis zu unserer Unterkunft, dem Motorrad-Hotel (MoHo) „Post“ in Galtür.
Nachdem uns Hotellier Franz mit einem sehr guten 5-Gang-Menü zum Abendessen verwöhnt hat, geht’s an die Tourenplanung für den nächsten Tag. Dazu hat der Franz natürlich zahlreiche Tipps und Anregungen parat. Gerne überspielt er auch die auf Wunsch erstellten Touren auf mitgebrachte Navigationssysteme. Der Abend klingt mit angeregten Gesprächen auf der Terrasse und an der Theke aus. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein lassen am frühen Samstagmorgen unser Motorradfahrerherz höher schlagen. Ideale Voraussetzungen also für die geplanten Touren, die in vier verschiedenen Gruppen gefahren werden und in unterschiedliche Himmelsrichtungen führen. Die einen zieht es über den Reschenpass nach Bella Italia, um das erst am Morgen geöffnete Stilfser Joch (2501 m) zu befahren. Andere wählen eine Tour ins schweizerische Engadin mit dem Flüelapass (2283 m) und dem Albula (2321 m). Für die dritte Gruppe steht erstmal ein Ausflug zurück über die Silvretta-Hochalpenstraße und das Montafon nach Dornbirn auf dem Programm, weil an einem der Motorräder dringend ein Reifen gewechselt werden muss. Als dies erledigt ist, führt die Route ins Laternser Tal mit dem Furkajoch (1761 m) und über den Flexenpass (1773 m) wieder zurück nach Galtür. Und die vierte Gruppe fährt von Landeck über den Kaunerberg ins Kaunertal und zum Kaunertaler Gletscher (2757 m). Alle Strecken sind sehr reizvoll und (natürlich) unter Motorradfahrern bestens bekannt.
Auf Anraten unseres Hotelliers haben wir Fahrstil und Geschwindigkeit etwas gemäßigt, weil am Wochenende in Österreich und Italien „Zahltag“ ist. Besonders Motorradfahrer werden verstärkt auf die Einhaltung der Geschwindigkeit kontrolliert. Wir bleiben dann auch vor ungeplanten Ausgaben an die jeweiligen Staatshaushalte verschont.
Am Abend werden nach wiederum hervorragendem Essen die Erlebnisse des Tages ausführlich bei Bier oder Wein besprochen und die jeweiligen Erfahrungen ausgetauscht. Der spätabends wieder einsetzende, zum Teil kräftige Regen stört uns aber zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr.
Am Sonntag nach dem Frühstück und einem Gruppenbild vor dem Hotel heißt es schon wieder Abschiednehmen. Das Wetter zeigt sich unbeständig, deswegen ziehen wir vorsichtshalber die Regenbekleidung drüber. Während etwa die Hälfte der Teilnehmer wieder westlich über die Silvretta-Hochalpenstraße in den Bregenzer Wald fahren, entscheidet sich der Rest für die östliche Richtung über Landeck und Imst. Bei der Strecke über das Hahntennjoch macht sich für eine Gruppe zwar die Regenkleidung bezahlt, aber Fahrspaß kommt da natürlich keiner auf. Die Route über den Fernpass ist bei dem sehr schlechten Wetter angenehmer zu fahren, obwohl in beiden Fahrtrichtungen ziemlich viel Verkehr herrscht. Über den Gaichtpaß und das Tannheimer Tal geht es weiter nach Pfronten. Alle Gruppen wählen dann wieder ein Stück Autobahn, bevor sie zum Schluss noch einige Kilometer heimische Landstraße unter die Räder nehmen. Bei einem kurzen Abschluss in Cappel sind sich alle einig: Die diesjährige Grün-Weiß-Rot-Tour war wieder mal ein echtes Highlight.
Letztendlich ist erfreulich, dass wir selbst von jeder Art von Unfall verschont geblieben sind. Lediglich einen abgefallenen Hauptständer und zwei kleinere technische Defekte hatten wir zu beklagen. Bei 2 Unfällen anderer Motorradfahrer konnten wir zumindest Erste Hilfe leisten, wobei diesen Fahrern aber zum Glück ernsthafte Verletzungen erspart blieben. Die Organisatoren der Tour bedanken sich deshalb nochmals bei allen Teilnehmern für ihre verantwortungsvolle Fahrweise. Mehr über uns und unsere Touren finden Interessierte unter
www.gruen-weiss-rot.de .
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