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Meyers Motorradstadl



Isle of Man / 


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TT 2007

Herbst 2006. Nachdem der Vorschlag, zur Isle of Man zu fahren, bei unserem Motorradstammstisch vorgetragen wurde, endete die Diskussion mit der Frage nach Fährverbindungen und Unterbringungsmöglichkeiten für die 100. TT im Mai/Juni 2007. Aufgrund der hohen Transportkosten des Eurotunnels und der längeren Strecke von Dover nach Heysham wählten wir die Fährverbindung von Rotterdam nach Kingston upon Hull. Die Buchung erfolgte über ein ortsansässiges Reisebüro. Die Überfahrt von Liverpool nach Douglas konnte Online bei Steam Packet getätigt werden. Jedes Motorrad musste in einer Einzelbuchung erfasst werden. Für die Hinfahrt konnte nur ein Motorrad und ein Gespann mit insgesamt drei Personen gebucht werden. Für die Rückfahrt waren zwei Motorräder und ein Gespann mit drei Personen buchbar. Für die Reservierungen wurden 20 Pfund pro Person abgebucht. Also wurde zusätzlich mit Steam Packet telefoniert. Die Dame am anderen Ende erklärte, dass derzeit keine weiteren Buchungen oder Änderungen einer Buchung möglich seien. Wir sollten bis Februar warten, da zu diesem Zeitpunkt die Rechnungen versandt und durch Stornierungen erwartungsgemäß Plätze frei würden. Aufgrund dieser Aussage begann die Zimmersuche. Im Internet wurden unter www.visitisleofman.com  schnell Adressen von Privatunterkünften gefunden. Nach ein paar Telefonaten wurden wir fündig. Es wurde eine Anzahlung über PayPal geleistet.

Februar 2007. Eine Email von Steam Packet erreicht uns, die Gebühren der Fährverbindung sind noch unklar, es müssen noch zusätzliche Fähren gechartert werden, um der hohen Anzahl der Buchungen gerecht zu werden. Es wird um Geduld gebeten. In der Zwischenzeit konnten wir Online noch mal drei Motorräder mit insgesamt drei Fahrern für die Hin- und Rückfahrt buchen. Die im Herbst getätigten Buchungen werden telefonisch storniert.

März 2007. Steam Packet, das einzige Fährunternehmen, um von England auf die Insel zu kommen, versendet die Rechnungen. Die Überfahrt kostet fast das Doppelte als die Fährverbindung Rotterdam-Hull.

April 2007. Die Gastfamilie versorgt uns mit Wegbescheibung und Kartenmaterial.

Mai 2007. Endlich ist es soweit, Ossi (Oskar Hess) und Georg Weinmann stehen um 7:00 Uhr bei mir im Hof. Ich bin noch mit der Gepäckspinne und der Gepäckrolle beschäftigt. Nachdem alles richtig verzurrt ist, starten wir bei schönem Wetter Richtung Rotterdam. Der Weg führt über die Autobahn nach Heilbronn, Ludwigshafen, vorbei an Köln, Richtung Venlo und weiter an die Küste. Je näher wir nach Rotterdam kommen, umso größer wird der Anteil an Motorradfahrern auf der Autobahn. Als wir gegen 15:00 Uhr im Fährhafen ankommen, treffen wir schon auf eine Schlange von mehreren Hundert wartenden Motorradfahrern. Die Einschiffung beginnt erst um 18:30 Uhr, zweieinhalb Stunden vor dem Ablegen. Endlich auf dem Schiff, müssen wir die Motorräder vertauen. Wenige Zentimeter über dem Deck sind Stahlseile gespannt. Mit mitgebrachten Spanngurten fixieren wir unsere Motorräder, so dass sie bei stärkerem Wellengang nicht nach vorne rollen. Anschließend suchen wir unsere Kabine auf. Nach dem Duschen geht’s an Deck zum Essen und Trinken.

Um 9:00 Uhr am nächsten Morgen sind wir kurz vor Hull. Noch bevor wir den Hafen erreichen, drängeln sich die Biker vor den Treppenabgängen zu den unteren Decks. Kaum angelegt, werden die Mopeds entzurrt und deren Funktion getestet. Blaue Rauchwolken steigen unter lautem Donnern durch die Decks. Die Autofahrer reagieren teils mit Kopfschütteln oder wild gestikulierend. Um 10:00 Uhr geht die Reise weiter, vorbei an Leeds Richtung Manchester, Preston und Heysham. Wir haben den linken Außenspiegel als Erinnerung an den Linksverkehr abgeklebt. Eine Maßnahme, die sich nach ein paar Kilometern zumindest für mich als nicht sinnvoll erweist. In Heysham angekommen, erleben wir die nächste Überraschung. Unsere gebuchte Fähre ist nicht verfügbar, wir werden vertröstet und, wie viele andere, mit einem Standby Sticker ausgerüstet. Unser ständiges Nachfragen wird belohnt, wir werden schließlich doch noch mitgenommen und kommen nach 4-stündiger Überfahrt um 19:00 Uhr in Douglas an.

Wir fahren die Küstenstraße entlang Richtung Norden, bis wir unsere Unterkunft erreichen. Die Gastfamilie nimmt uns herzlich auf, sie hat ihr Auto außerhalb der Garage geparkt, damit wir unsere Motorräder unterstellen können. Am nächsten Morgen werden wir mit englischem Frühstück, bestehend aus gebratenem Schinkenspeck, Würstchen, Bohnen, Pilzen, Tomaten und Ei, beglückt.

Patrick, Dawn und James, the host family, versorgen uns mit allen notwendigen Infos über gute und spektakuläre Beobachtungspunkte der Strecke, über innerhalb und außerhalb der Rennstrecke gelegene Punkte sowie Schleichwege von diesen zu den nächsten. Alles in allem werden wir bestens mit allen wichtigen Informationen versorgt. Patrick geht mit uns sogar in verschiedene Pubs in Douglas und natürlich in Bushy’s Tent.

Überall auf der Insel gibt es einen Programm Guide mit kleinem Radio für Radio TT zu kaufen. Der erste Ausflug führt uns über Ramsey in die Berge, sehr gut ist die Einbahnstraßenregelung des Mountain-Course von Ramsey nach Creg na Baa, die aus Sicherheitsgründen dieses Jahr zum ersten Mal geschaffen wurde.  Leider finden wir am Bungalow nur etwas Schnee und Peter Murray’s Motorcycle Museum geschlossen vor. Man erzählt uns, es gäbe in Kirk Michael ein sehr schönes Motorradmuseum. Wir fahren weiter nach Castletown, kurz nach Douglas überqueren wir winkend die Fairy Bridge und begrüßen somit die Feen, um deren Gunst auf unserer Seite zu haben. In der Nähe von Casteltown findet auf dem Billow Circuit das Pre TT Classic Motorcycle Race statt. Es starten 250/350er 500er Solo- und Seitenwagenmaschinen.

In Peel ist ein großes Konzertzelt aufgebaut, es spielen The Who, Robin Gibb, Madness, Sugarbabes -  um nur ein paar zu nennen. Es finden jeden Tag verschiedene Events und natürlich Trainingsläufe oder Rennen statt.

Wir starten jeden Morgen zwischen 9:00 und 10:00 Uhr zu unseren Ausflugszielen. Interessant sind auch die vielen kleinen Nebenstraßen, die durch das üppige Grün der Insel führen. In Creg na Baa haben wir uns Plätze auf einer Tribüne organisiert und warten auf den Rennbeginn. 15 Minuten vor dem Rennen werden die Straßen gesperrt und die Strecke für das Rennen vorbereitet. Über Radio TT verfolgen wir den Start in Douglas und diskutieren über den Zeitpunkt des Eintreffens der ersten Maschinen. 15 Minuten später sehen wir die Ersten aus den Bergen im Wahnsinnstempo auf uns zufahren. Kurz vor der 90 Grad-Kurve wird angebremst und schon sind die Ersten wieder verschwunden. Wir sitzen auf der windigen Tribüne mit Schal, Helm und Handschuhen. Georg neben mir schlottert vor Kälte und wir beschließen, das Rennen aus dem Pub heraus weiter zu verfolgen.

Die 100-jährige TT war auch für uns ein voller Erfolg. Die herzliche Aufnahme bei unserer Gastfamilie war beeindruckend. Das Wetter war fantastisch und die Stimmung unter den Motorradfahrern auf der Insel hervorragend. Es war eine tolle Zeit, die wir auf der Isle of Man verbringen durften und wir freuen uns schon aufs nächste Mal.

 

 













 
© Regio Verlag Schwäbisch Hall 2008

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