ÄgyptenVor uns liegt eine 14-tägige Traumreise durch Ägypten: Von Kairo aus durch das große grandiose Sandmeer, bis wir nach zwei Wochen Abenteuer wieder in Kairo ankommen sollen. Ich bin gespannt und aufgeregt, was uns Enduro-Fans das Land mit den mächtigen Pyramiden, Tempeln und den unendlichen Sanddünen zu bieten hat. Und da die Route ganz neu im Angebot ist, bin ich stolz, zu den Pionieren zu gehören. Nach der Ankunft am Flughafen Kairo geht es erst einmal durch das übliche gewaltige Verkehrschaos ins Hotel. Nach einer erholsamen Nacht starten wir frisch und munter mit der Fahrt Richtung Wildnis und Wüste. Unglaublich, früher war das alles von Wasser bedeckt, später standen hier Wälder. Fasziniert entdecken wir versteinerte Skelette von Walfischen, versteinerte Wurzelstöcke von Mangrovenbäumen und lassen uns den warmen Wüstenwind um die Nase wehen. Langsam gewöhne ich mich an den ungewohnten Untergrund und bekomme mein Bike immer besser in den Griff und es macht richtig Spaß. Unglaublich, dieser Untergrund. Auf einer topfebenen Sandfläche liegen gleichmäßig Kieselsteine, wie von Hand verteilt. Wir durchqueren Tiefebenen, die unter dem Meeresspiegel liegen und sehen mächtige Tafelberge. Abends im Camp ist schon alles perfekt vorbereitet. Die Servicefahrzeuge bilden eine Wagenburg und der Boden ist mit landestypischen Teppichen schön ausgekleidet. Über uns der sternenklare Wüstenhimmel, romantischer geht’s nicht. In den nächsten Tagen zeigt sich die Landschaft von der aufregendsten Seite. Unsere Route führt uns oft über kaum sichtbare Pisten, manchmal folgen wir nur Reifenspuren, vorbei an skurrilen Überresten aus dem letzten Weltkrieg. Nicht nur für uns Enduro-Wanderer, sondern auch für unsere Teammitglieder ohne Motorrad gibt es jede Menge zu entdecken und zu erleben. Ägyptens Reichtum an historischen Monumenten und einer allgegenwärtigen Geschichte zieht uns mehr und mehr in den Bann. Jede Begegnung mit den Einheimischen ist ein Erlebnis, die Ägypter sind ein äußerst gastfreundliches Volk und verwöhnen ihre Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten, Wasserpfeifen und dem landestypischen Tee, der zu jeder Tageszeit serviert wird. Am vierten Tag besichtigen wir die Stadt Ain Gara, die auf einem Felsen errichtet ist. Selten kommt jemand hier vorbei, die Bewohner sind entsprechend neugierig und aufgeschlossen. Tag 5 führt uns nach Siwa und zum Tempel des Orakels, das schon Alexander der Große befragt hat. In der großen Quelle dieser Oase nehmen wir ein erfrischendes Bad. Das tut wirklich gut nach vielen Tagen Sand und Staub. Dann erleben wir die Schönheiten der Altstadt von Shali. Verwinkelte Gassen und Düfte von 1001 Nacht ziehen uns in ihren Bann. Wir sehen Grabhügel mit gut erhaltenen Mumien aus der Pharaonenzeit. Ich bin froh, dass wir erfahrene Guides dabei haben, denn die Pisten sind oftmals vom Wind verweht und kaum zu erkennen. Die Landschaft bringt fahrerisch immer wieder neue Herausforderungen – wir genießen jede einzelne davon. Kondition muss man allerdings mitbringen, denn wir legen im Laufe der Tage doch einige Kilometer zurück. Am sechsten und siebten Tag geht es richtig in den Sand und durch das endlose Dünenmeer. Sand, Sand und noch mal Sand – soweit das Auge reicht; das macht richtig Spaß, denn er ist leichter zu fahren als gedacht. Jeder hat seine eigene Spur im weiten Gelände. Wir machen Rast am Column Rock, einer 5 Meter hohen Felssäule. Ganz in der Nähe schlagen wir das Camp auf. Die Nacht kommt plötzlich in der Wüste und es kühlt deutlich ab. Doch wir sind gut gewappnet. Mensch und Maschine werden auf diesem Trip wirklich auf das Beste versorgt. Unsere Guides zaubern immer wieder ein hervorragendes Mahl und diverse Annehmlichkeiten aus den Tiefen des Wagens. Die Begleitfahrzeuge kommen überall problemlos durch und bisher hat auch keines der Motorräder Probleme gemacht, obwohl wir ab und zu die Grenzen der Technik ausloten. Heute ist es soweit, Tag 8 der Tour. Nicht mehr lange und wir gelangen in die „Weiße Wüste“. Auf der Fahrt dorthin genießen wir die spektakuläre Aussicht in das Tal, das den Weg zur Wüste öffnet. Die Route führt uns zwei Tage lang kreuz und quer durch diese gigantische Gegend. Wir entdecken einige Quellen und Brunnen und bestaunen unglaubliche Felsformationen. Neben den ungewöhnlichen Spielereien der Natur kommt man sich unglaublich klein und unbedeutend vor. Unvorstellbar, welche Naturgewalten hier seit Urzeiten gestalterisch tätig sind. Beeindruckend ist auch die unendliche Weite, die uns hier umgibt. Am zehnten Tag steigen wir mit Taschenlampen in die bizarre Tropfsteinhöhle Djara. Kurz bin ich beunruhigt, ob sich hier Fledermäuse und anderes Getier verstecken. Nach einer Nacht im Camp und einer Fahrt auf einer knackigen Piste gelangen wir zu zwei Seen, in deren Mitte sich der einzige Wasserfall Ägyptens ergießt. Am Ende des zwölften Tages erreichen wir wieder Kairo. Der nächste Tag bringt allen Teilnehmern die Möglichkeit, ein paar der berühmten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Ein paar von uns wollen unbedingt die Sphinx und die Pyramiden von Gizeh sehen und tauschen die Motorräder gegen Kamele ein, um die Wüste einmal mit etwas urtümlicheren Verkehrsmitteln zu durchqueren. Gegen die schaukelnden Wüstenschiffe kommt mir mein Motorrad doch viel einfacher zu lenken vor. Ein Teil der Gruppe entscheidet sich für die Stufenpyramide in Mastabas in Saqqara und die Pyramiden von Daschur. Natürlich hat auch die Stadt Kairo einiges zu bieten: Die Moschee Sultan Hassan oder das Ägyptische Museum mit seiner faszinierenden Mumiensammlung. Die Altstadt Old Cairo lädt zum Besuch eines Bazars oder zum ziellosen Schlendern durch die mittelalterlichen Gassen ein. Für uns Europäer herrscht ein scheinbares Verkehrschaos, das aber seinen ganz eigenen Regeln folgt. Krönender Abschluss der Tour voll Freiheit und Abenteuer ist die Nilkreuzfahrt mit Abendessen und Bauchtanz-Show auf dem Kreuzfahrtschiff. Etwas wehmütig besteige ich am nächsten Tag das Flugzeug zurück nach Deutschland. Eines ist jetzt schon klar. Ägypten und die Wüste werden mich schon bald wieder sehen. Informationen zur Tour Die von Hermann Knoblich und German Sulzmann geführte Tour (Streckenlänge: ca. 2.250 km) dauert 14 Tage und ist für geübte Fahrer geeignet. Start und Ende ist jeweils in Kairo. Die Strecke setzt gute Kondition voraus, entschädigt aber durch Enduro-Wandern der ganz besonderen Art. Neben den sportlich anspruchsvollen Streckenabschnitten bleibt genug Zeit, die weltbekannten historischen Sehenswürdigkeiten Ägyptens zu entdecken. Zwei Tour Guides stehen während der ganzen Fahrt bereit, ebenso wie drei Begleitfahrzeuge mit Vierradantrieb für den Transport des Gepäcks und als Fahrzeug für Teilnehmer ohne Motorrad. Ein Mechaniker kümmert sich um die Bikes. Übernachtet wird sechs Mal im Hotel und sieben Mal im Camp, jeweils mit Vollpension. Als Leihmotorrad steht eine starke KTM LC4 640 inkl. täglicher Wartung und Benzin zur Verfügung, in bestem Zustand. Teilnehmer mit Motorrad bezahlen € 3.795,- Euro; Teilnehmer ohne Motorrad bei Mitfahrt im Begleitfahrzeug 2.160,- Euro (195,- Euro Einzelzimmerzuschlag). Mindestteilnehmerzahl: Sechs Teilnehmer mit Motorrad. Nähere Infos zu dieser und auch zu vielen anderen Reisen findet ihr unter:
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