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Meyers Motorradstadl



KTM / Adventure 990 / 


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10.000 km Dauertest Adventure 990

Fast genau 10.000 km wurde die KTM 990 Adventure vom WHEELIES-Team wirklich über Stock und Stein, durchs Wasser und durch tausende von Kurven manchmal gejagt, dann wieder geprügelt oder im Tourentempo durchfahren. Dabei hat sie jedem Testfahrer stets ein gaaanz breites Grinsen ins Gesicht gezaubert, egal ob im Friaul auf oftmals sehr schotterigen bis felsigen Pisten und Pfaden oder auf Sardinen und in Kroatien durch endlose Kurvenparadiese. Die Adventure hat uns nie im Stich gelassen oder gar geschwächelt. Das Fahrwerk konnte von uns nicht an seine Grenzen gebracht werden. Übelste Pistenbeschaffenheiten meisterte sie ebenso souverän wie Formel-1-Asphalt mit Kurven und Kehren, die einen fast süchtig machten. Ob mit oder ohne Koffer, sie war immer Herr der Schräglage und sollte manche Kurve ab und zu noch etwas mehr davon erfordern, konnte immer noch gefahrlos „nachgeschrägt“ werden. Mit einem gefühlvollen oder beherzten Dreh an der Gaskurbel konnte stets die Power abgerufen werden, die gerade nötig war, um richtigen Fahrspaß zu haben. Im 2. bis 4. Gang - egal auf welchem Untergrund - und bei 6000 bis 8000 Umdrehungen auf der Uhr, ist meistens zuerst der Fahrer am „Könnens-“ als der Motor am Drehzahlbegrenzer. Sollte der Dreh am Gas dann doch mal zu beherzt gewesen sein, konnte mit einem gefühlvollen Umgang des sehr fein dosierbaren Bremshebels, die sehr zuverlässige Bremsanlage und im fortgeschrittenen Stadium das ABS den Fahrer aus dem „Adventurerausch“ holen.

Die serienmäßig aufgezogenen Pirelli Scorpions sorgten jederzeit für den benötigten Gripp und hielten klaglos trotz härtester Beanspruchung bis 7.500 km durch. Der 21-Zoll-Vorderreifen sogar bis genau 10.000 km. Der Spritverbrauch lag durchschnittlich bei genügsamen 6,5 Litern. Insgesamt wurden bei der Fahrleistung von 10.000 km ca. 1,5 Liter! Öl nachgefüllt und nur zweimal die Kettenspannung nachgestellt. Ein Ölverbrauch, von dem mancher Boxerfreund träumt. Egal ob Minus- oder Plustemperaturen, ein Druck auf den Anlasser und der typische, inzwischen sehr kultivierte 2-Zylinder-KTM-Motor, nahm willig den Betrieb auf. Bis zur Erreichung der Betriebstemperatur mit etwas gewöhnungsbedürftig erhöhter Drehzahl, die sich nach 2 -3 Kilometer auf die normale Höhe einpendelte. Die Fahrtwindbelastung und die Windgeräusche wurden durch die serienmäßige Windschutzscheibe trotz meiner Größe von 1,95 m ganz gut bewältigt. Der Tausch auf die im Touringpaket enthaltene größere Tourenscheibe brachte nochmals eine spürbare Verbesserung. Absolute Empfehlung von mir!! Als sehr nützlich und absolut praxisgerecht, hat sich der Touratech-Tankrucksack erwiesen. Mit seinem DIN-A-4-großen Kartenfach konnten größere Streckenabschnitte ohne lästige Kartenumfaltaktionen bewältigt werden. Ein spezielles, für die Adventure beigefügtes, Befestigungsset sorgte jederzeit für absolut sicheren Halt des Tankrucksackes auf allen Strecken. 2 unabhängige Tripmaster und ein problemlos montierbares Navi mit entsprechender Stromversorgungssteckdose neben dem Tacho, sorgten stets für den nötigen Streckendurchblick. Der einzig wirklich sehr eindrückliche und spürbare Schwachpunkt ist die Seriensitzbank - besonders für den Sozius. Ein Wechsel auf die KTM-Zubehör-Gelsitzbank brachte zwar eine Verbesserung, aber keine totale Änderung der realen „Po-Empfindungen“. Bei so vielen positiven Fahrerlebnissen, die wir mit der 990 Adventure erfahren haben, könnte man eigentlich diese schmerzlichen Sitzeindrücke vergessen. Ich bin mir sicher, dass man hier noch ein für jedermann passendes und erträgliches Sitzpolster erfinden wird. Dann wäre die KTM 990 Adventure zumindest für mich das perfekte Tourengerät für alle meine Pisten-, Wege- und Straßenverhältnisse. Ganz andere Schmerzen hatte ich, als ich sehr schweren Herzens, die mir inzwischen ans Herz gewachsene, 990er wieder in Ursensollen bei KTM Deutschland abgeben musste.

 

 







 
© Regio Verlag Schwäbisch Hall 2008

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